16. Juni 2021

Kodak und Postpress Alliance sagen Drupa-Teilnahme ab

Die einen schw√∂ren ihr die Treue, die anderen halten das Risiko f√ľr zu hoch: Mit Kodak und der Postpress Alliance verzichten zwei weitere bedeutende Aussteller auf ihre Teilnahme an der Drupa 2021. Das wurde vor wenigen Tagen gemeldet.

Kodak teilte lediglich kurz und knapp mit, man sehe von einer Teilnahme ab, weil „f√ľr Kodak die Sicherheit seiner Mitarbeiter und Kunden w√§hrend der COVID-19-Pandemie im Vordergrund steht. Die anhaltenden Besorgnisse und die Auswirkungen der Pandemie machen es f√ľr uns schwierig, in diesen unsicheren Zeiten Ressourcen f√ľr ein solches Ereignis bereitzustellen‚Äú, so wird Jim Continenza, Executive Chairman, Eastman Kodak Company, zitiert. Kodak werde weiterhin in die Druckindustrie investieren, den Digitaldruck energisch vorantreiben und die Produkte liefern, die seine Kunden ben√∂tigen, um ihre Produktivit√§t und ihr Wachstum im Zuge der weiteren Branchenentwicklung zu steigern.

Verantwortungsbewusstes Denken und fehlende Planungssicherheit standen laut der Mitteilung auch bei der Postpress Alliance vor dieser schwierigen Entscheidung der Unternehmen Baumann Maschinenbau Solms, Bograma, H+H, Hohner, MBO Postpress Solutions, Perfecta und Wohlenberg im Mittelpunkt. Die komplement√§r im Weiterverarbeitungs-Bereich agierenden Maschinenbauer hatten sich im Vorfeld zur Drupa 2020 zusammengeschlossen, um ihren Kunden ein umfangreiches und vielf√§ltiges Spektrum an Postpress-Equipment bieten zu k√∂nnen. Doch COVID-19 mache aus aktueller Sicht eine Messeteilnahme unm√∂glich, hei√üt es weiter. Zu un√ľbersichtlich pr√§sentiere sich die Situation der sich weltweit t√§glich √§ndernden Reisebeschr√§nkungen, die einem internationalen Publikum, wie man es von der Drupa gewohnt ist, die M√∂glichkeit eines Messebesuchs in D√ľsseldorf verwehrt. Die Sinnhaftigkeit einer Drupa-Beteiligung – so die Postpress Alliance – sei durch die Pandemie leider abhandengekommen. Bei einer n√ľchternen Betrachtung des zu erwartenden Kosten-Nutzen-Verh√§ltnisses zeichne sich ab, dass die wirtschaftliche Gesch√§ftsgrundlage f√ľr ein solches Event ohne interkontinentale Besucher fehlen w√ľrde. Auch die bereits angesetzte erste Open House der Postpress Alliance f√§llt in ihrer urspr√ľnglich geplanten Form den Unsicherheiten der Corona-Krise zum Opfer. Dieselben vorgenannten Gr√ľnde zwingen die Partner-Unternehmen zum Umdenken.

So hat die Postpress Alliance beschlossen, gemeinsam einen neuen Weg einzuschlagen. Mit den ersten „Alliance Days“ wird eine virtuelle Open House den Unternehmen nun in den Tagen vom 24. bis 27.11.2020 als Plattform dienen, die vorgesehenen Neuheiten der √Ėffentlichkeit dennoch zeitnah vorzustellen. Der virtuelle Showroom soll den Besuchern nach vorheriger Registrierung √ľber vier Tage lang zum einen den virtuellen Besuch mit Besichtigung der Maschinen und vielen Detailinformationen bieten. Zum anderen werden Interessenten die direkte M√∂glichkeit zu einer Terminvereinbarung f√ľr individuelle Live-Demos aus den Showrooms an den jeweiligen Standorten der Unternehmen erhalten. Wer dann noch tiefer einsteigen m√∂chte, kann – insofern es die Reisem√∂glichkeiten erlauben – selbstverst√§ndlich auch im Nachgang, jederzeit pers√∂nlich an den Standorten einen ganz individuellen Besuchstermin ohne Event-Charakter vereinbaren.

Andreas Tietz

Andreas Tietz ist Diplom-Journalist mit Spezialisierung auf technisch-wissenschaftliche Themen. Nach mehreren Jahren in der IT-Branche berichtet er seit 2006 in verschiedenen Fachmedien √ľber Neuigkeiten aus der Druck- und Papierindustrie sowie der Verpackungsindustrie.

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