16. Januar 2021

Heidelberg startet Produktion gedruckter organischer Elektronik

Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) meldet die Gründung einer eigenen Geschäftseinheit zur industriellen Entwicklung, Herstellung und Vertrieb gedruckter und organischer Elektronik. Die Produktion sei am Standort Wiesloch-Walldorf bereits aufgenommen worden. Dazu hat das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 5 Mio. Euro in den Aufbau einer kompletten Produktionsstraße für gedruckte Sensoren investiert.

Zunächst sollen am InnovationLab in Heidelberg entwickelte Sensoren für den Einsatz in der Zahnmedizintechnik gedruckt werden. Als erste Innovation kann ein gedruckter Sensor die Kaudruckverteilung der Okklusion, dem Zusammenschluss von Ober- und Unterkiefer, erstmals digital erfassen. Diese kann dann dreidimensional auf einem Tablet sichtbar gemacht und archiviert werden, um vorhandene Fehlkontakte zu erkennen und im Anschluss zu korrigieren. Auf dem High-Tech-Campus von Heidelberg sollen künftig mit modernster Drucktechnik dann auch Sensoren für digitale Anwendungen insbesondere aus den Bereichen Gesundheitswesen und Logistik sowie Einzelhandel, oder der Automobilindustrie produziert werden.

„Der Einstieg in die Entwicklung und industrielle Produktion gedruckter und organischer Elektronik ist ein Meilenstein für Heidelberg und den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagte Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg. „Wir sehen für uns als Betreiber dieser Produktion von High-Tech-Sensoren Wachstumschancen im zwei bis dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.“

Unter Reinraumbedingungen werden auf dieser Gallus RCS 430 Sensoren gedruckt. Quelle: Heidelberg

Mit dem künftigen industriellen Druck organischer Elektronik sowie der Soft- und Hardwareentwicklung will der deutsche Maschinenbauer die Digitalisierung in großen Schritten voranbringen. Durch die neue Drucktechnik von Sensoren setze sich die deutsche High-Tech-Industrie in diesem Entwicklungsbereich an die Weltspitze, heißt es. Für Heidelberg böten sich mit der Einführung dieser neuen Technologie als Betreiber umfangreiche Entwicklungsmöglichkeiten: das Drucken von Sensoren im industriellen Maßstab, Kilometer um Kilometer im Reinraum. Die Technologie und die Bandbreite an Leistung seien in dieser Form aktuell weltweit einzigartig.

Die vollständige Pressemeldung finden Sie hier.

Andreas Tietz

Andreas Tietz ist Diplom-Journalist mit Spezialisierung auf technisch-wissenschaftliche Themen. Nach mehreren Jahren in der IT-Branche berichtet er seit 2006 in verschiedenen Fachmedien über Neuigkeiten aus der Druck- und Papierindustrie sowie der Verpackungsindustrie.

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